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Pater Johannes Röttsches MSF

Am 24.03.2010 verstarb in unserer Kloster Betzdorf unser Mitbruder P. Johannes Röttsches MSF im Alter von 92 Jahren.

P. Röttsches wurde am 29. Juli 1917 in Köln geboren. Nach 4 Jahren Volksschule besuchte er bis 1933 das städtische Gymnasium in Köln, das er mit der Obersekunda verließ und eine kaufmännische Lehre begann. Nach einem anschließenden Jahr Voluntariat als Einzelhandelskaufmann musste er im April 1938 zum Arbeitsdienst. Danach wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Sein Einsatz im Krieg war in verschiedenen Ländern: in Frankreich, Russland, Norwegen und Italien. In Italien geriet er schließlich gegen Ende des Krieges in Gefangenschaft, aus der er am 2. April 1946 entlassen wurde. Den durch den Krieg bedingten Aufenthalt in den unterschiedlichen Ländern nutzte P. Röttsches, um sich Sprachkenntnisse in der jeweiligen Landessprache anzueignen, um Land und Leute besser zu verstehen. Auf Grund seiner Sprachkenntnisse fand er nach der Entlassung aus der Gefangenschaft bald eine Arbeit als Übersetzer für den englischen und französischen Schriftverkehr bei der Reichsbahndirektion.

Während seiner Gefangenschaft reifte in ihm, vor allem angeregt durch das eifrige Lesen der Hl. Schrift und anderer religiöser Bücher, der „Gedanke, sein Leben ganz Gott zu weihen“. In der ihm eigenen Gründlichkeit und Akribie setzte er sich an Hand der päpstlichen Enzyklika über das Priestertum der Kirche intensiv mit seiner Berufung zum Priester auseinander und fand im Gespräch mit dem Lagerpfarrer und seinem Heimatpfarrer letzte Klarheit in seiner Berufung. In dieser Zeit wurde er auch bekannt mit unserer Ordensgemeinschaft. Als „Spätberuf“ wurde er vor allem von der speziellen Zielsetzung der MSF, der Ausbildung von Spätberufenen, angezogen.

So kam er schließlich im Januar 1947 für nur 8 Monate an unsere Missionsschule St. Kilian in Lebenhan und begann bereits am 7. September des gleichen Jahres sein Noviziat in Mühlbach. Am 8. September 1948 legte er seine erste Profess ab und begann anschließend seine philosophisch-theologischen Studien an unserem Missionsseminar in Ravengiersburg. Am 12. Juli 1953 empfing er aus der Hand von Weihbischof Bernhard Stein aus Trier im „Hunsrückdom“ zu Ravengiersburg die Priesterweihe.

Danach wurde er an unseren Missionsschulen in Oberhundem Biesdorf und Lebenhan Lehrer in den Fächern Mathematik, Deutsch, Geschichte, Französisch und Englisch.

1961 berief ihn der damalige Provinzial zu seinem Sekretär nach Düren. Ab 1966 arbeitete P. Röttsches als Ökonom und Buchhalter in Betzdorf. Diese Aufgabe versah er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1989. In all den Jahren war er immer auch als eifriger Priester im seelsorglichen Aushilfsdienst tätig, bis er in den letzten Jahren von Alter und Krankheit geschwächt, seine Lebenskraft verlor und bis kurz vor seinem Tod bei wachem Bewusstsein vom Herrn des Lebens heimgerufen wurde. Das Leben und Arbeiten von P. Röttsches war gekennzeichnet von Verantwortung, akribischer, fleißiger Arbeit und Genauigkeit bis in die Details, wodurch er nicht selten zum mahnenden Reibungspunkt für seine Mitbrüder wurde. Über allem aber stand seine tiefe Frömmigkeit und Gottverbundenheit. Wir stehen in Achtung und Dankbarkeit vor seinem Leben, mit dem er unserer Gemeinschaft stets in treuer Verbundenheit gedient hat.

P. Röttsches wurde am 30. März 2010 auf unserem Klosterfriedhof in Betzdorf beerdigt.

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